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Der Sorbische Künstlerbund e.V.

Im Sorbischen Künstlerbund sind fast 100 Schriftsteller, Komponisten, Schauspieler, Tänzer, Musiker und Maler vereint. Der Bund, der 1990 gegründet wurde, gehört zu den rührigsten innerhalb der Domowina, des Dachverbandes der Sorben.
Er kann auf eine stattliche ehrenamtliche Arbeit zurückblicken. Ständig ist der sechsköpfige Vorstand des Bundes auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um die sorbische Literatur und Kunst in die Öffentlichkeit zu tragen und weiter zu entwickeln. Das betrifft vor allem die Literatur, die nicht erst heute das hochkulturelle Leben des Volkes der Sorben prägt. Sie ist ein Motor der Geschichte, womöglich die treibende Kraft der Sprache und Identität. Und natürlich auch ein Geist, der sich nicht von Folklorismus und Heimattümelei vereinnahmen lässt.
Der Bund unterstützt vornehmlich junge Autoren bei ersten Schreibversuchen, organisiert Lesungen in der deutsch-sorbischen Lausitz und pflegt literarische Kontakte zu Autoren und Zeitschriften in Sachsen, Brandenburg sowie im slawischen Ausland. Besonders produktiv sind die traditionellen und historisch unbeschwerten Beziehungen zu den tschechischen, polnischen und slowakischen Nachbarn. Mit Unterstützung des Sorbischen Künstlerbundes erscheinen Anthologien sorbischer Poesie, Prosa und Pubizistik in Prag, Warschau, Bratislava und anderswo.
Höhepunkte dieser seit 1979 grenzüberschreitenden und in zwei Jahrhunderten natürlich gewachsenen Zusammenarbeit sind die jährlich stattfindenden internationalen Feste der sorbischen Poesie, die der Bund organisiert. An diesen Festen, die gleichzeitig Werkstätten der Poesie in mehreren Sprachen sind, nehmen neben Autoren auch zunehmend Musiker, Tänzer und Schauspieler teil. Die Mitglieder des Sorbischen Künstlerbundes suchen seit Jahren nach schöpferischen Kräften und Wegen, die aus „der Sackgasse der ständigen Wiederholungen“ hinausführen. So wurde auf dem Literaturfest 2001 - gewidmet Jurij Brezan, dem Nestor der sorbischen Gegenwartsliteratur - Poesie nicht nur gelesen, sondern synchron zu den Vorträgen ausdrucksstark getanzt, musiziert und gesungen. Das Publikum in Bautzen, Guben, Lübbenau und im tschechischen Varnsdorf war begeistert.
Das Zusammenspiel von Wort, Musik und Tanz in der sorbischen Literatur- und Kunstgeschichte ist keine neue Erfindung, sie hat Tradition in den bürgerlich und national geprägten Gesangsfesten und oratorischen Konzerten des 19. Jahrhunderts. In diesem Sinne engagieren sich auch sorbische Literaten innerhalb des Künstlerbundes für neue sorbische Musik. Der Bund ist seit Jahren Initiator und Förderer von Kammermusik in der Lausitz – in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit Kommunen, Schulen und privaten Interessenten. Viele Uraufführungen von Werken sorbischer Komponisten wurden vom Sorbischen Künstlerbund initiiert. Eine Reihe musikalisch-literarischer Veranstaltungen basiert auf einer längerfristigen Konzeption zur Weiterentwicklung sorbischer Musik, Literatur und Kunst.
Gleichfalls verpflichtet fühlt sich der Künstlerbund bei der Förderung neuer sorbischer bildender Kunst. So werden Ausstellungen und Pleinairs in Sachsen, Brandenburg, Berlin und Tschechien organisiert.
Für etliche Projekte erhält der Sorbische Künstlerbund Zuwendungen von der Stiftung für das sorbische Volk. Dieser Fördertopf ist nicht gerade üppig ausgestattet. Deshalb sind der Projektarbeit des Sorbischen Künstlerbundes
Grenzen gesetzt. Diese Einschränkung ist zugleich eine neue Herausforderung.

Benedikt Dyrlich
Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Arbeitskreises sorbischer Schriftsteller
 

 3.0 2010   Es sind 2 User online