Schluss mit dem Unfug!
Es genügt nicht, die jetzt auch der Allgemeinheit (siehe „Sächsische Zeitung“ vom 26. Juli 2010) bekanntgewordenen neuerlichen Fusionspläne der „Stiftung für das sorbische Volk“ als fachlich indiskutabel, ja lächerlich abzutun. Wer ernstlich erwägt und plant, inhaltlich-strukturell unvereinbare Institutionen wie das Sorbische National-Ensemble, den Domowina-Verlag und das Witaj-Sprachzentrum in einer GmbH zusammenzufassen und sich gleich noch als Geschäftsführer dieses Konstrukts ins Gespräch bringt, gehört energisch in die Schranken gewiesen, wenn schon nicht seines Postens enthoben, auf dem er seit Jahren ähnlichen Unsinn verzapft und Zeit und Kräfte mit fruchtlosen, unruhestiftenden Debatten vergeudet.
Ganz andere finanzielle Einsparungs-Dringlichkeiten stehen ins Haus: dass nämlich diese Stiftung, die beim Jonglieren mit Steuergelder-Millionen anscheinend übergeschnappt ist, in ihrer jetzigen Struktur abgeschafft gehört. Es genügt völlig, wenn über die Gelder der Stiftung drei buchhalterische Angestellte als Vertreter des Bundes sowie der Länder Sachsen und Brandenburg in Abstimmung mit der Domowina als legitimierter Vertreterin des sorbischen Volkes entscheiden, ohne sich inhaltliche Zuständigkeiten anzumaßen, die sie gar nicht haben können.
Unabhängig vom Ergebnis dieser Protestresolution erklären die unterzeichnenden sorbischen Kulturschaffenden, dass sie der geplanten GmbH jegliche Zustimmung nachdrücklich verweigern werden.
Kito Lorenc Bautzen, den 26. Juli 2010
Zu den Erstunterzeichnern dieser Protestresolution gehören folgende Vertreter der sorbischen Literatur und Kunst, Wissenschaft und Medien:
Měto Benad, Iris Brankatschk, Janina Brankatschk, Liane Bertók, Isa Brützke, Benno Budar, Ludmila Budarjowa, Marian Bulang, Jan Cyž, Róža Domašcyna, Benedikt Dyrlich, Prof. Dr. Helmut Fasske, Dr. Helmut Jentsch, Detlef Kobjela, Jurij Koch, Michał Lorenc, Juro Mětšk, Alfred Meškank, Ulrich Pogoda, Prof. Dr. Christian Prunitsch, Janka Rögnerowa, Dr. Hync Rychtaŕ, Angela Stachowa, Christian Schneider, Dr. Ruth Thiemann, Alfons Wićaz-Lehmann und Wórša Wićazowa.
Weitere Künstler, Wissenschaftler und Kulturschaffende haben sich dieser Resolution angeschlossen:
Měrana Cušcyna, Alena Farkasowa, Katarina Farkas, Lubina Hajduk-Veljkovicowa, Tomaš Janca, Michael Janze, Hanka Jenčec, Elke Nagel, Dr. Cordula Ratajczak, Christine Ruby, Pětr Thiemann, Axel Arlt, Mirko Brankačk, Jurij Grós, Helmut Haza, Milan Hrabal (CZ), Prof. dr. Měrćin Kasper, Cyril Kola, Manfred Laduš,Peter Wittig